Fjalladis

Cosplay & Historische Kleidung

1797er Chemisenkleid

Dieses Kleid habe ich während meines Auslandsjahres in Schweden genäht. Um 1800 erfolgte ein starker Umbruch in der Mode, was die Kleider aus dieser Zeit sehr interessant macht. Meine Vorlagen waren ein dänisches Brautkleid und eine Open Robe aus dem Buch „Cut of Women’s Clothes“, beide von 1797. Die Epoche hat sich angeboten, da alles komplett von Hand genäht ist und ich meine Nähmaschine ohnehin nicht dabeihatte. Ich habe es also mit dem einfachsten Werkzeug umgesetzt und dabei die entschleunigte Arbeitsweise sehr genossen.

Da ich nicht auf meinen Kostümfundus zurückgreifen konnte, musste ich das komplette Outfit von Grund auf herstellen: dazu gehörte eine Chemise, Short Stays, ein langer Unterrock und natürlich das eigentliche Kleid. Als Verzierung habe ich traditionelle schwedische Webbänder gewählt. Die kleine Tasche bildet einen weiteren Farbtupfer. Dafür habe ich ein Reststück aus einer lokalen Weberei verarbeitet und mit kleinen Quasten versehen.

Das schöne ist, dass man in Schweden noch sehr viel Handwerks- und Nähmaterial in den Läden kaufen kann und nicht ständig auf den Onlinehandel angewiesen ist. Entsprechend habe ich mir auch direkt ein Überkleid angefertigt. Natürlich hatte ich auch kein passendes Schuhwerk im Koffer. Daher habe ich mir kurzerhand selbst flache Schuhe genäht. Ich dachte eigentlich, dass das nur eine kurzfristige Lösung sein würde, aber sie sind erstaunlich robust und haben jetzt schon mehrere Tragestunden hinter sich. Auf dem Foto trage ich sie mit lokalen Trachtensocken.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2026 Fjalladis

Thema von Anders Norén