Nach diesem Muster können sowohl moderne Umhängetaschen hergestellt werden als auch solche, die zum Beispiel an die von Soldaten im 18. Jh. erinnern, daher der Begriff historisierend. Sie können demnach per Maschine oder mit der Hand genäht und nach Wunsch verziert werden. Dies ist ein sehr gutes Starterprojekt und auch für Kinder geeignet und bildet außerdem ein sehr schönes Geschenk.

Hirschtasche fertig


Material:

Stoffreste, für historisches Layout Leinen, sonst Baumwolle, möglichst stabil ohne Stretch

Futterstoff in derselben Größe

Leinengarn zum Handnähen

ggfs. Verzierungsmaterial wie Bänder oder Stickgarn.


Schnittmuster:

Die Tasche besteht im Grunde genommen aus Rechtecken. Daher habe ich ein DinA4 Blatt genommen und die oberen 4cm weggeknickt. Natürlich geht auch jede andere Größe. Bei mir ist die Öffnung schmaler als die Länge der Tasche. Dieses Viereck habe ich dann zwei Mal auf den Oberstoff und zwei Mal auf den Futterstoff gelegt und ausgeschnitten. Nahtzugabe inklusive.

Für den Tragegurt wird ebenfalls der Oberstoff verwendet, aber kein Futter. Vor dem Verarbeiten sollte es eine Breite von ca. 10cm haben  und eine Länge von ca. 110-130cm (bzw. Maß von Hüftknochen zu Hüftknochen über die gegenüberliegende Schulter). Nahtzugabe inklusive.

Stickereien, die nur eine Schicht betreffen, müssen nun angebracht werden.


Nähen:

Beim Maschinennähen kann umsäumt werden. Dies ist aber nicht unbedingt nötig.

Jeweils die beiden oberen Teile werden an drei Kanten mit 1cm Nahtzugabe aufeinander genäht. Dann wird gewendet.

Hirschtasche 1

Auch die beiden Futterteile werden rechts auf rechts an drei Kanten mit 1cm Nahtzugabe aufeinander genäht.

Hirschtasche 2

Hier wird nicht gewendet, sondern das fertige Futterteil in das fertige Teil des Oberstoffes eingesetzt.

Hirschtasche 3

Nun werden die Nahtzugaben der Teile zueinander umgeschlagen und mit Nadeln fixiert. Dies wird erst einmal zur Seite gelegt.

Hirschtasche 4

Das Trageband wird nun einmal der Länge nach gefaltet, sodass die rechte Seite innen liegt. Dann wird an der offenen Kante mit 1cm Nahtzugabe entlang genäht und hinterher gewendet.

Hirschtasche 5

Hirschtasche 6

Die Enden des Tragegurtes werden nun an den jeweiligen Seitenkanten der Tasche befestigt. Verdrehungen sollten beseitigt werden.

Zuletzt wird die obere Kante der Tasche durch kleine saubere Stiche rundherum benäht.


Tipp:

Eine Schnur oder entsprechende Hilfsmittel können das Wenden langer Schläuche vereinfachen.

An der Öffnung der Tasche kann auch ein Tunnel mit Kordel genäht werden, um Zuziehen zu ermöglichen.