Wie viele der anderen Schnittmuster aus dem Bereich Mittelalter ist dieses hier nur von historischer Mode inspiriert. Problem ist, dass es keine eindeutigen Schnittmuster aus z.B. der Wikingerzeit gibt und dadurch nur Interpretationen möglich sind. Der Zuschneideplan ist daher sehr vereinfacht, sollte aber für den durchschnittlichen Mittelaltermarkt mehr als ausreichen. Außerdem lässt sich daraus auch eine bequeme Hose für zu Hause oder für ein Kostüm aus 1001 Nacht schneidern.

Schwierigkeitsgrad: Sehr einfach

Materialien: Baumwolle, weiches Leinen

Schnittmuster:

Zuschneideplan: Wie man sieht, wird das Schnittmuster zwei Mal ausgeschnitten. Am Besten passt es auf den Stoff, wenn man das Teil um 90 Grad zum Fadenlauf dreht, also quer zuschneidet. Die Breite des Stoffes wird also zur Längsseite der Hose.

Den restlichen Stoff oben kann man für Wadenwickel nehmen. Wie das aussieht, erkennt ihr auf dem Bild.

Nun zu den konkreten Maßen:

Wenn ihr euch unsicher seid, nehmt einfach eine locker sitzende Hose als Referenz. Die untere Grenze (meist x1,5) ist für dickere Stoffe. Die obere Grenze (meist x2) ist für dünnen Stoff und eine sehr weite Hose. Natürlich kann man da auch noch etwas nach oben zugeben. Aber enger sollte die Hose nicht werden.

A ist die halbe Bundweite. Dazu nehmt ihr das halbe Maß eurer normalen Bundweite x 1,5 bzw. x2

B ist die Maximalbreite. Dazu nehmt ihr euren Oberschenkelumfang x1,5 bzw. x2

C ist die Weite unten. Da der Umfang auf Höhe des Knöchels ca. 20cm beträgt, könnt ihr pauschal 60cm nehmen.

D ist die Schritttiefe. Die nehmt ihr am Besten bei einer eurer Hosen ab. Oder ihr messt einmal zwischen euren Beinen durch von Bund zu Bund. Dann teilt ihr dieses Maß. Bei beiden Varianten solltet ihr am Ende etwas zugeben, pauschal 5-10cm je nach gewünschter Schritttiefe, um einen guten Sitz zu erreichen. Da die Naht etwas schräg läuft, ist von Vornerein auch etwas Toleranz eingeplant.

E ist die Innenbeinlänge.

D + E ergeben somit die Gesamtlänge der Hose. Diese sollte etwas länger sein als eure Jeans, damit sie etwas locker fällt. Bei Männern würde ich pauschal sagen bis zu 10cm länger.

Oben und unten wurden 3cm zugegeben, um den Bund zu erzeugen.

Euer Schnittmuster hat von vornerein 1cm Nahtzugabe mit eingerechnet.


Beispiel für mäßig weite Hose:  

A Bundweite, Hüftumfang 80cm -> halbe Bundweite 40cm -> Pumphose 60cm

B Maximalbreite, Oberschenkel 60cm -> Pumphosenweite 90cm

C Weite unten -> Pauschal 60cm

D Schrittiefe 30cm -> 5cm addiert als Mittelwert -> 35cm

E Innenbeinlänge 75cm

D + E + Toleranz 10cm -> 120cm

F Gesamtlänge des Schnittmusters: 120 + 3 + 3 = 126 cm

Gesamtbreite des benötigten Stoffstückes: 2xB = 2x90cm = 180cm

 

Nähen:

Zuerst wird das Schnittmusterteil zweimal ausgeschnitten (siehe Zuschneideplan) und umsäumt.

Dann wird bei jedem Teil, also jedem Bein, die rote Linie auf die gegenüberliegende rote Linie rechts auf rechts gesteckt und mit 1cm Nahtzugabe festgenäht.

Jetzt werden die Beine zusammen gefügt, und zwar an den grünen Kanten rechts auf rechts.

Nun geht es an den oberen und unteren Abschluss. Wir fertigen Tunnel mit 2cm Breite. Die obere Kante wird also 3cm breit umgeschlagen und dann 2cm entfernt zur neuen oberen Kante bzw. 1cm entfernt zur Fransenkante festgenäht. Darin können entweder Gummibänder für den Kostümgebrauch oder Kordeln eingezogen werden.

Bei Gummibändern wird einfach an einer Stelle ein Stück offen gelassen und das Band mit einer Fädelhilfe eingezogen. Am Ende werden beide Enden zusammen genäht. Als Gummiweite würde ich die Hüftweite -10% abziehen, also bei 80cm auf 72cm im leicht gedehnten Zustand gehen. Kürzen lässt es sich im Nachhinein übrigens sehr einfach.

Um die Kordel schön durchzuziehen, sollte man hingegen zwei Löcher in den vorderen Teil einfügen bevor der Tunnel gefertigt wird. Dazu nimmt man einen jeweils einen Punkt, der von der vorderen Mittelnaht etwa 3cm entfernt ist und geht von der oberen Fransenkante etwa 4cm nach unten und fertigt dort per Hand eine Schnüröse oder per Maschine ein Knopfloch. Erst danach wird der Tunnel durch die oben beschriebenen Arbeitsschritte gefertigt.

An den unteren Kanten wird der Prozess wiederholt.

Und schon ist die Pumphose fertig.

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