Die Tunika kann als Basisgewand des mittelalterlichen Herren angesehen werden, da sie über mehrere Jahrhunderte von den verschiedensten Ständen getragen wurde. Daher eignet sich eine einfache Tunika aus Leinen sehr gut als Einstiegsgewand für den heimischen Mittelaltermarkt. Unsere Wiki-Tuniken sind nach dieser Methode gefertigt.


Materialien:

je nach Größe des Trägers mehrere Meter Leinen, genaue Menge lässt sich leicht berechnen, wenn alle Schnittmuster gezeichnet wurden
evtl. Borten, je nach Reichtum der dargestellten Persönlichkeit


Das Schnittmuster:

Tunika Schnittmuster0001

In der Skizze ist bereits zu erkennen, dass eine Tunika im Grunde aus eckigen Teilen besteht. Es gibt keine komplizierten Biegungen etc. Alle Maße sollten großzügig genommen werden, um Bewegungsfreiheit sicher zu stellen. Außerdem wird das Gewand über den Kopf gestreift und lediglich durch einen Gürtel auf Figur gebracht.
Die beiden blauen Teile sind Vorder- und Rückseite. A ist die gewünschte Länge, meist von Schulter bis knapp übers Knie gemessen, b die spätere Weite. Oben sollte sich nach dem Umfang des Brustkorbes gerichtet werden + 10-20 cm Toleranz (je nach Größe). Enger nähen geht notfalls, erweitern nur schwer. Nach unten erweitert man den Schnitt, sodass er schräg auseinander läuft. Dadurch erhält man mehr Bewegungsfreiheit. Alternativ kann dies auch durch das Einnähen von Keilen geschehen. Der Buchstabe e symbolisiert den Halsausschnit. Hier sollte man klein anfangen und dann erweitern, bis der Kopf hindurch passt.
Die beiden grünen Teile sind die Ärmel. C richtet sich nach der Länge: Kurzarm- oder Langarmtunika. D ist die Weite des späteren Kleidungsstückes. Hier sollte sehr großzügig gemessen werden, da es keine Armkugel gibt. Es ergibt sich ein fast quadratischer Schnitt.
Die gelben Ecken (f) sind kleine Zwickel, um mehr Bewegungsfreiheit zu erreichen. Je zwei Zwickel ergeben ein Drachenförmiges Stückchen, eines ist ein Dreieck, das bei Damen- oder Kindergrößen mindestens 10-15 cm Länge an der längsten Kante haben sollte, bei Männern noch deutlich mehr.


Nähen:

Umsäumen nicht vergessen! Zuerst sollten Vorder- und Rückseite an der Schulternaht zusammengefügt werden. Rechts auf rechts aufeinander nähen. Wenden. Dann werden die Ärmel angenäht, wieder rechts auf rechts. Das Annähen der Zwickel erfordert schon etwas mehr Geduld. Jetzt sieht es aus wie die Skizze des Schnittmusters. Zuletzt werden die Seitennähte der Vorder- und Rückseite rechts auf rechts zusammen genäht und die Ärmel geschlossen. Wählt man Keile, können diese entweder im vorletzten Schritt eingefügt werden oder ganz zu Beginn. Borten befestigt man am Besten als Letztes, um sicher zu gehen, dass das Kleidungsstück passt.
Fertig!