Auf vielen Rokoko Gemälden, die das ländliche Leben einfangen sollen, sieht man flache Strohhüte, die sogenannten Bergere. Da die Rohlinge recht teuer sind, kursiert im Internet schon seit einiger Zeit ein Trick, mit dem man die schönen Hüte auch selbst machen kann. Diesen möchte ich euch hier vorstellen.


Material:

Ihr braucht ein rundes Tischset aus Stroh! Synthetische Materialien funktionieren nicht und auch zu grob geflochtene werden sich nicht richtig formen lassen. Der Durchmesser beträgt bei meinem Beispiel etwa 36cm.

Außerdem müsst ihr aus einem Stück Holz einen Kreis mit etwa 13cm Durchmesser ausschneiden (Vorsicht auf die Finger!). Die Höhe sollte etwa 2-4cm betragen. Später verrate ich aber noch einen Trick, wie das Ausformen auch mit dünnerem Holz funktioniert.

Hilfreich sind außerdem ein Stück Kordel und ein paar Gewichte.


Durchführung:

Das Tischset wird gut durchnässt, am Besten in der Badewanne mithilfe des Duschkopfes. Nun ist es nicht mehr so starr und lässt sich formen. Farbige Sets können dabei stark abfärben.

Das Stück Holz wird dann in das Zentrum des Strohteils gelegt und das Ganze gedreht, sodass man von oben mit den Handflächen Druck ausüben kann. Dann formt man das Stroh darüber. So formt sich langsam eine Krone heraus. Sollte das Holz nicht die erforderliche Dicke haben, kann man auch etwas darunter legen, z.B. eine Rolle Crepeband. Wichtig ist tatsächlich eher der obere Teil. Was darunter für die nötige Tiefe sorgt, ist egal.

Wenn die gewünschte Form erreicht ist, kann man das Stück mit Gewichten beschweren oder mit einem Stück Kordel um die Krone in Form halten. Das Holz bleibt ebenfalls dort, bis das Stroh vollends getrocknet ist. Dieser Vorgang sollte nicht zu lange dauern, da die Naturfasern sonst einen etwas komischen Geruch annehmen können.


Dekorieren:

Beim Dekorieren lassen sich unterschiedlichste Materialien verwenden: Stoffe, Bänder, Schleifen, Federn, Kunstblumen, kleine Objekte und und und… Durch das Stroh kann man außerdem bequem mit einer Nadel stechen. Außerdem kann man den Rohling auch mit einem dünnen Stoff überziehen.

Befestigt wird er meist durch zwei Bänder auf der entsprechenden Frisur. Diese sind im 18. Jahrhundert zunächst unten an der Krone befestigt, später sieht man sie auch quer über den Hut laufen. In jedem Fall werden sie am Hinterkopf zusammen gebunden, sodass sich der Hut etwas biegt.

Im Anschluss zeige ich euch noch ein paar meiner bisherigen Hutkreationen und hoffe, dass euch die Anleitung gefällt!