Um 1840 wurde die ehemalige Weite vieler Ärmel im oberen Bereich eingezogen, um dort einen weniger vollen Look zu erreichen. Am Unterarm sprang diese Weite dann wieder auf und wurde erst wieder in Richtung des Handgelenks gebändigt. Diese Ärmelform wollte ich unbedingt als charakteristisches Merkmal meines 1840er Tageskleides verwenden. Auf Basis einiger Hinweise in der Literatur habe ich daher mein eigenes Schnittmuster für diesen Ärmeltyp erstellt und möchte mein Vorgehen als Anleitung mit euch teilen.

Grundsätzlich besteht der Ärmel aus einem oberen und unteren Teil, sodass ihr euren Basisschnitt erst einmal teilen musst. Der obere Teil ist sehr kürzer und besitzt unter dem Arm nur eine Länge/Höhe von mehreren Zentimetern, während der untere Teil den Großteil der Gesamtlänge verschlingt.

Zuerst bearbeitet ihr das obere Schnittmuster (I), da dies einfacher ist. Dieses kann als Basis (Ia) einfach so bleiben, praktisch wie ein Futter. Für das darauf geraffte Stück des Oberstoffes (Ib) streckt ihr es etwa um den Faktor 2,5 in der Breite (a). Die Höhe (spätere Ärmellänge) bleibt gleich. Wenn ihr damit frei Hand Probleme habt, kopiert die Basis (Ia), schneidet es in schmale vertikale Streifen und legt diese, nun mit Abstand, nebeneinander. Dann zieht ihr eine neue Linie.

Das untere Teil des Schnittmusters (II) verändert sich etwas mehr. Es muss nach rechts und links erweitert werden. Dazu werden die beiden Seiten (c) im Prinzip nach außen zu einer Kurve gebogen. Ihre seitliche Länge (c) behalten sie dabei. Die jetzige Breite (d) betrug bei mir dann fast das Doppelte des ursprünglichen Maßes (statt 30cm waren es ca. 60cm). Auch in der Höhe/Länge tut sich in der Mitte des Ärmels etwas: Hier (e) würde ich zwischen 15 und 25cm dazu geben, je nach Geschmack und gewünschter Weite.

Das Ärmelbündchen (III) habe ich einfach so belassen. Es passt knapp über meinen Handrücken, sodass ich keine Knöpfe einfügen musste.

So weit zum Schnittmuster. Bedenkt bitte auch, dass das Ober- und Unterteil des Ärmels nun nicht mehr exakt so aneinander gelegt werden. Denn während sich die seitliche Naht des oberen Ärmels exakt unter dem Arm befindet, ist die des unteren Ärmels etwa um 7cm nach vorne geschoben. Somit wird erreicht, dass die Maximalhöhe des Ärmels (also dort, wo (e) ist) sich eher am Ellenbogen befindet.

Nun zum Nähen: Ib, II und III werden aus Oberstoff zugeschnitten, je 2x, Ia aus Futterstoff, 2x. Umsäumen schützt die Nähte vor dem Ausfransen.

Ib wird nun erst einmal auf die Maße von Ia gerafft. Meine Stichreichen lagen etwa 1,5cm auseinander. Ein paar Stiche rundherum fixieren das Ganze, bevor die Seitennaht rechts auf rechts geschlossen wird.

II muss oben an der Kurve gerafft werden. Diese Stiche bereitet man am besten vor, bevor die Seitennaht rechts auf rechts geschlossen wird. Ebenso muss der untere Ärmelsaum etwas gerafft werden, um in das Bündchen zu passen.

Im nächsten Schritt wird das Ärmelbündchen (III) seitlich geschlossen (rechts auf rechts, wenden) und dann rechts auf rechts an die untere Kante von (II) genäht. Dann wird es längs gefaltet, also umgeschlagen, die Nahtzugabe innen einmal umgeschlagen und mit einigen Stichen am Inneren von (II) festgenäht, sodass nun Innen- und Außenseite sauber aussehen.

Zuletzt werden (II) und (I) rechts auf rechts aufeinander genäht. Denkt daran, dass die Seitennähte nicht exakt aufeinander liegen, sondern (II) um 7cm nach vorne geschoben werden muss.

Und schon ist der Ärmel fertig und kann in das Ärmelloch eingesetzt werden.

Mehr Making-of des 1840er Kleides gibt es auf einer separaten Seite (ausstehend).

Hier findet ihr noch zahlreiche andere Anleitungen.

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