Mit den Informationen auf dieser Seite könnt ihr sowohl einen einfachen Umhang herstellen als auch Dianas verzierte Version aus dem Wonder Woman Film. Für das Fertigen eines kürzeren Capes gibt es hier eine separate Anleitung.

Alle auf dieser beschriebenen Umhänge besitzen aus Ausgangsform einen Kreis. Je mehr Volumen erwünscht ist, desto voller wird der Kreis gewählt. Ein Halbkreis lässt beispielsweise noch Blicke auf die darunterliegende Kleidung zu, während ein 3/4 Mantel bereits fast vollständig vorne schließt, ohne dass dort zusätzliche Befestigungen notwendig sind. Mehr als einen vollen Kreis benötigt man in der Regel nicht. Hier stellt sich außerdem die Frage nach dem Budget. Ein Mantel verschlingt sehr viel Material. Am Besten sind nicht dehnbare Mantelstoffe geeignet. Wolle hält natürlich wärmer als Kunstfasern, ist aber teurer. Hier empfiehlt es sich, Proben anzufordern. Ein richtiger Mantel hat außerdem mehr Gewicht als nur ein Bettlaken. Da können schon einmal 800gr pro laufenden Meter zusammenkommen.

Nach meinen Erkenntnissen und einer sehr hilfreichen Beobachtung von Patty Coat besteht Dianas Mantel aus etwa einem 3/4 Kreis, der seitlich geschlitzt ist, damit sie genügend Bewegungsfreiheit für ihre Arme hat. Aus praktischen Gründen habe ich diese Öffnungen in die Seitennähte gelegt. Die Kapuze ist im Grunde auch nur ein Halbkreis, der auf die Weite des Kragens gefaltet wird. Messt mit einem Maßband die Länge von Stirn zu Nacken und von Schulter über Kopf zu Schulter. Dann gebt großzügig zu oder orientiert euch erneut an der Anleitung für das Cape. Mit dem Halsausschnitt solltet ihr langsam anfangen, dann anprobieren und wenn nötig erweitern. Beginnt bei 10cm Durchmesser. Das klingt wenig, aber geht auf Nummer Sicher.

Im Idealfall reicht der Mantel von den Schultern bis zum Boden. Meist liegt der Stoff aber nur 150cm breit.

Oder ihr findet einen, der sogar 160cm breit ist. Dann benötigt ihr auch mehr Länge.

Schneidet nun alle Teile aus. Der Stoff sollte nicht fransen. Daher muss man auch nicht umsäumen. Nun werden die beiden kleineren Seitenteile an das größere Hinterteil genäht. Lasst dabei den Schlitz für die Arme frei. Dessen Lage könnt ihr bestimmen, indem ihr euer eigenes Maß von Schulter bis zu Ellenbogen nehmt. Von der Mitte des Kreises gemessen beginnt dort der Schlitz. Lasst dann je nach gewünschtem Stil ca. 30cm offen, dann näht ihr weiter. Wenn ihr beide Außenseiten aufeinander legt und einen Rückwärtsstich per Hand bzw. einen einfachen geraden Maschinenstich ausführt, dann liegen die Nahtzugaben nach dem Wenden innen.

Unten sollte man den Saum nach innen umschlagen und festnähen. Handstiche sind dabei natürlich weniger sichtbar als eine gerade Maschinennaht. Ein ähnliches Verfahren bietet sich bei den vorderen Kanten an, wenn man kein Fell verwenden möchte. Durch die Dicke des Stoffes muss die Kapuze übrigens meist per Hand angenäht werden. Ihre Vorderkante wird hingegen schmal doppelt umgeschlagen oder eingerollt. Im letzten Schritt kann dann der Verschluss des Umhanges angebracht werden. Hier bieten sich einfache Bänder an wie bei Diana. Im Internet finden sich aber auch die lustigsten Mechanismen.

Nun ein paar Worte zum Annähen des Fells. Es findet sich an den Vorderkanten und den Armschlitzen. Für meine Version habe ich ein altes Islandschaffell zerschnitten. Das hat allerdings den Nachteil, dass es sehr zottelig wirkt, wie man hier auf dem Foto sieht.

Nach dem Kämmen wirkt es schon etwas besser, aber immer noch sehr dominant.

Deshalb habe ich es mit einer einfachen Schere etwas zurechtgestutzt. Trotzdem ist die Unterwolle immer noch sehr dicht und generiert viel Volumen.

Zunächst habe ich es an die jeweilige Kante mit Schlingstichen festgenäht. Normale Rückwärtsstiche sind bei dicker Lederrückseite eine Qual. Fast wie klassisch rechts auf rechts, nur eben mit sehr wenig Nahtzugabe. Alternativ kann man auch nur die Kante des Mantels umklappen und das Fell einfach so draufnähen, ohne es auch umzuklappen.

Dann wird das Fell an seinen Platz gerückt. Große Klammern helfen da besser als Nadeln.

Und wieder kommen solche Schlingstiche, wie ich sie nenne, zum Einsatz. Dabei nimmt man nur ganz wenig Stoff des Mantels, sodass auf der Rückseite kaum etwas zu sehen ist (vgl. Foto). Dieses Mal habe ich die Kante des Fells nicht umgeschlagen. Das lange Haar bedeckt die Lederkante gut genug.

Damit wäre auch schon alles erklärt.


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