Seite 8 Mantel

Dass der Mantelteil diejenige Schicht des Kostüms ist, die am meisten gesehen wird, bedeutet nicht, dass die Herstellung am Aufwändigsten war. Dennoch haben sich einige Herausforderungen ergeben, denen sich diese Seite widmet. Der Grundstoff bildete eine Art kurzfloriger Samt. Beim Verkauf hat man ihn als Cord bezeichnet, doch er besitzt nicht dessen typische Linienstruktur. Ich konnte drei Reststücke ergattern, die jeweils etwa 2m lang waren, und musste bei der Platzierung daher sehr genau vorgehen. Da der Stoff etwas stretchig war, habe ich an quer verlaufenden Nähten, wie im Rockteil, ein wenig schmales Satinband aufgenäht. So möchte ich vermeiden, dass sich der Stoff mit der Zeit dehnt oder beim Zusammennähen wellige Nähte entstehen.

Im Original sind die Muster in den Stoff eingebrannt. Dadurch erscheinen sie auf dem sonst bläulich wirkenden Seidensand eher lila. Dies konnte ich jedoch nicht umsetzen und musste mir mit Farbe behelfen. Den (hoffentlich) exakten Farbton habe ich mir daher angemischt und eine Schablone hergestellt, durch die ich mit einer Airbrush arbeiten konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Teile übrigens schon zugeschnitten und umsäumt. Hier war es wichtig, dass der Flor des Samtes eher kurz war, sonst hätte er die Farbe vermutlich verschluckt.

Hinterher folgte das eigentliche Zusammennähen. An dieser Stelle ist eigentlich nur noch das selbstgefertigte Paspelband interessant. Es besteht aus Baumwollstoff, denich zuerst in Streifen geschnitten habe und dann während des Umschlagens mit den Soutache-Resten gefüllt habe, die vom Besticken übrig geblieben waren. So würde das Band nicht knittern, sondern einen runden 3D-Effekt haben.

Dieses Band kam nun zwischen die verschiedenen (bereits gefütterten) Schnittmusterteile des Mantels und hob dessen Kanten sehr deutlich hervor, weswegen eine exakte Planung notwendig war. Auch an die großen Ärmel und an den Rocksaum kam jenes Band; in diesem Fall zum Abschließen einer Kante und deren Futter.

Bei der Herstellung des Kragens sieht man das sehr gut.

Dort, wo der Mantel nicht gefüttert ist, habe ich die Kante mit Futterstoff hinterlegt, sodass auch beim Umschlagen der Front eine saubere Kante sichtbar ist.

 


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