Beim Entwerfen dieses Kleidungsstückes habe ich keine exakte Vorlage, wie beispielsweise ein Modekupfer, im Kopf gehabt, sondern einfach ein paar Elemente der 1870er und 1880er kombiniert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Tragen werde ich das Outfit daher für beide Dekaden. Besonders viel Wert habe ich auf das Design der Soutache-Deko gelegt. Diese besteht eigentlich nicht aus Soutache, also nicht aus einer doppelten Kordel, sondern aus dünnem aufgenähten Band in schwarz.

Von den schwarzen Verzierungen und den silbernen Knöpfen abgesehen, ist die Reitkleidung sehr schlicht. Das hochgeschlossene Oberteil aus 100% Wollstoff besitzt etwas abgerundete Ärmel, die sich der Zügelhaltung der Reiterin anpassen sollen, und ist nicht wie moderne Jacken gerade geschnitten. Ebenfalls der Position im Damensattel angepasst ist das verlängerte Schößchen, das außerdem die Verzierung des Vorderteils aufgreift.

Der Rock ist hingegen noch schlichter, sodass er auch für mein Lady Mary Reitoutfit getragen werden kann. Er erweitert sich nach unten hin und besitzt eine kleine Schleppe. Getragen wird das ganze über eine Chemise, einem Korsett (aufgrund des Doppelshootings hier ein edwardisches Modell) und einem Hemd. Alle Schichten wurden wie immer von mir genäht. In der Realität würden noch Reithosen dazu kommen. Aber erst durch die Accessoires wird aus der Kombination ein tatsächliches Sportoutfit, namentlich Handschuhe und (Dressur)zylinder.

Wenn euch dieses Outfit gefällt, dann schaut euch auch die zweite Trageversion an (Lady Mary). Außerdem besitze ich weitere Reitoutfits aus dem 18. Jahrhundert und den 1860ern. Vielen Dank an franke777 (Instagram) für das Fotografieren!