Diese Seite ist Unterkapitel eines dreiteiligen Kostüms, das aus einem Basisrock und drei verschiedenen Oberteilen besteht, wodurch sich verschiedene Tragemöglichkeiten ergeben. Die beiden anderen Kombinationen finden sich hier: Dinnertaille, Tagestaille. Auch in den 1870ern war dies eine sehr übliche Praktik, da der Rock die meisten Materialien verschlang und er grundsätzlich nicht so sehr variierte wie die Oberteile für verschiedene Anlässe. Zusätzlich habe ich zwei verschiedene Überröcke entworfen, die den Look weiter verändern sollen.

Diese Seite stellt die Balltaille vor. Ihr Name verrät bereits die primäre Verwendung solcher Schnitte mit breitem Ausschnitt. Charakteristisch ist außerdem die großzügige Verzierung. Insgesamt wurden für das Projekt mindestens 1200 künstliche Perlen aufgenäht. Um den Kontrast zwischen luxuriöser Taille und eher schlichtem Rock nicht überdeutlich erscheinen zu lassen, gibt es für diese Kombination einen zweiten Überrock, der zwar schlicht im Schnitt ist, aber einige Perlenmuster besitzt.

Der Schnitt der Taille soll bewusst an die Mode des 17. Jahrhunderts erinnern und grenzt sie gegenüber meinen bisherigen Entwürfen ab. Ungebleichte Baumwolle bildet das Futter und schafft gleichzeitig Raum für Tunnel, in denen Korsettstäbe eingeführt werden können. Geschlossen wird sie über eine Schnürung mit handgenähten Schnurlöchern im Rücken. Damit ist dies die einzige Trageweise, welche beim Anziehen einen Helfer benötigt. Alle anderen Schichten (Chemise mit variablen Trägern, Korsett, Unterrock, Pokissen und Reifrock, sowie Überrock) können selbst angelegt werden.

Um den weichen Verlauf des Oberteils nicht zu unterbrechen, werden die scharfen Kanten des Stahlbandes des Reifrocks durch ein Pokissen und einen Unterrock kaschiert. Die Form des Reifrockes ist eine Zwischenstation auf dem Weg von breiter Krinoline zum Pokissen bzw. Hummerschwanz der Tournürenzeit.

Nun darf auch mit Schmuck etwas mehr gearbeitet werden: Zu dem Outfit gehören ein Armband und eine Kette aus Glasperlen. Zum Tanzen kann die Schleppe des Rockes über eine unauffällige Schlaufe am Handgelenk befestigt werden. Alle Kleidungsstücke – inklusive der Unterbauten – wurden von mir per Nähmaschine gefertigt. Schaut euch auch die beiden anderen Tragevarianten an: Dinnertaille, Tagestaille. 

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