Dieses Kleid erhielt seinen Spitznamen, da ich es nach einem Originalkleid aus dem Buch „Fitting and Proper“ genäht habe, das als Quaker Hochzeitskleid eingestuft wird. Es ist Modell Nummer 2 im Buch und wird auf 1760-80 datiert.

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Im Gegensatz zu der Seide des Originalkleides habe ich mich jedoch für blaues Leinen entschieden. Davon sind ca. 3-4 Meter verarbeitet. Da die Quaker laut Autorin als etwas altmodisch eingestuft werden und ich es für meine 1770er Zeit tragen möchte, habe ich die Ärmelaufschläge durch „modernere“ Rüschen ersetzt. Gefüttert ist es im Oberteil und den Ärmeln mit weißem Leinen. Ein kleines Detail findet sich im Rücken; dieser ist „En Fourreau“ genäht, also mit eng anliegenden Falten versehen.

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Das Kleid ist sehr schlicht gehalten und kommt erst mit den zahlreichen Accessoires zur Geltung. Dazu gehören eine weiße Schürze aus Leinen, ein Schultertuch, eine selbst bestickte Haube und die Bergere, also der Strohhut, von meiner blauen Anglaise. Darunter trage ich meine Chemise, Stays und einen Unterrock. Alle Schichten bis auf Stays und Strohhut habe ich komplett nach historischem Vorbild per Hand mit Leinengarn genäht und nutze ich für verschiedene Outfits des Rokoko.

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Das Kleid ist ein Round Gown, besitzt also weder Steckereinsatz noch einen offenen Rock. Tatsächlich geht der Rock „rundrum“, wodurch der vordere Teil wie eine Schürze funktioniert und vor dem richtigen Anziehen des hinteren Teils gebunden wird. Diese Schließart ist aus der Not heraus frei interpretiert, da es keine Belege für die originale Schließart gibt. Sicherer belegt ist hingegen das Schließen des oberen Teils durch Nähen. Um  dies zu erleichtern und um der Front etwas mehr Stand zu geben, habe ich auf jeder Seite einen Stab (Kabelbinder) eingenäht.


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