Update: Es gibt hier jetzt eine Making-of und Infoseite zu meinen Outlander-Kostümen, die auch einige Tipps zum Selbernähen beeinhalten.


Ursprünglich wollte ich eines von Claire Frasers Kostümen aus der ersten Staffel von Outlander nachnähen. Meine Änderungen begannen jedoch sehr schnell, in ein eigenes Design auszuarten. Dies lag zum einen daran, dass die Fernsehserie letzten Endes den Zuschauerwartungen entsprechen wollte und dadurch einige Klischees aufgriff, die ich jedoch meiden wollte, andererseits an meiner Arbeitsweise: Ich wollte nur Stoffreste und Dinge aus dem Vorrat verwenden und kein Geld in neue Stoffe investieren. Herausgekommen sind dann drei verschiedene Ensembles. Nur dieses hier erinnert noch wirklich an die Serie, daher sind die beiden anderen unter Williamsburg Jacke und Highland Outfit zu finden. Alle drei Projekte sind mit Leinengarn und den im Buch angebildeten Nähtechniken per Hand gefertigt.

Rot Hinten 700

Die Unterbauten aller drei Outfits sind gleich: Das Ganze besteht aus mehreren Schichten. Zunächst werden über einer handgenähten Leinenchemise nach Abbildungen aus „Costume close-up“ und „Fitting and Proper“ die Stays gezogen (das Wort Korsett gehört in das 19. Jh.). Darüber kommt dann eine Bumroll, oder Weiberspeck. Sie ersetzen sozusagen die größeren Unterbauten der formelleren Kleider bzw. die der Oberschicht. Darüber komm wiederum ein einfacher Leinenunterrock, erneut frei nach „Fitting and Proper“. Ein viereckiges, einmal gefaltetes dünnes Baumwolltuch verdeckt im Gegensatz zu den Filmkostümen den Ausschnitt. Zu den Unterbauten gibt es vielleicht demnächst eine Seite mit Bildern auf der Schneiderpuppe.

Jetzt folgt erst das eigentliche Ensemble: Ein schwarzer Leinenrock, der in der Machart der des Unterrocks nur geringfügig ähnelt, mach den Anfang. Er ist hinten etwas länger, um die Bumroll auszugleichen und wird über zwei Paar seitliche Bänder geschlossen. Um bei der arbeit nicht im Weg zu sein, ist er nicht bodenlang. Dann wird der Stecker, ein dreieckiges Stück Stoff, wenn man so will, tatsächlich mit Nadeln an die Stays gesteckt. Der Stoff dazu ist ein Überbleibsel meiner Polonaise. Darüber kommt dann noch die eigentliche Jacke aus rostrotem Leinen, gefüttert mit (nicht ganz weißem) Leinen. Sie ist exakt das Schnittmuster der Jacke aus „Costume close-up“, lediglich mit etwas weiteren Ärmeln. Ansonsten passte mir der Schnitt perfekt. Als kleine Änderung habe ich die Schnürung in Form von Schlaufen nach innen gelegt, sodass sie nur obligatorisch ist. Da die zum Schnittmuster gehörende Jacke deutlich später datiert wird als die Handlung der Serie, habe ich „altmodische“ Ärmelauschläge angefügt. Zu dem Outfit können außerdem eine Leinenschürze, Wollstulpen und ein Strohhut mit Bändern getragen werden.


Mehr zum Thema Outlander kannst du auf dieser Seite erfahren.


Oder du nimmst diese Anleitungen, um die ersten Stücke deines eigenen Kostüms zu schneidern:


Hier geht es zur Infoseite zum 18. Jahrhundert mit den Unterseiten

 

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